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11.12.2018 19:30 Uhr: Die Mörder sind unter uns

Klassiker zum Tag der Menschenrechte

Wolfgang Staudte, D 1946, 85 Min. – mit expressionistischer Ästhetik inszenierte Wolfgang Staudte einen bis heute beeindruckenden Film

Berlin, 1945 – eine KZ-Überlebende (die erste große Rolle für Hildegard Knef) kehrt nach ihrer Gefangenschaft zurück in ihre alte Wohnung. Dort ist jedoch ein ehemaliger Militär-Chirurg (Ernst Wilhelm Borchert) einquartiert. Der versucht seine Erinnerungen im Alkohol zu ertränken. In dieser bedrückenden Schicksalsgemeinschaft beginnt die Aufarbeitung der Vergangenheit.

Kameraführung, Bildmontage, Lichtsetzung und Ton folgen expressionistischer Ästhetik – als eine bewusste Abgrenzung zum „geleckten” Ufa-Stil der NS-Films.
Staudte sagte zur Intention seines Films: „Wir wollen in diesem Film nicht lediglich die äußere Wirklichkeit abfotografieren, sondern die Welt zeigen, in der wir leben, mit der Vergangenheit, die tausende und abertausende unserer Mitmenschen belastet, in der wir uns aber alle zurechtzufinden haben.”

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27.11.2018 um 19:30 Uhr: Grüße aus Fukushima

Zum internationalen Tag (25.11.) zur Beseitigung von Gewalt an Frauen

Doris Dörrie, D 2016, SW, 104 Min. – eine poetische Geschichte vom Loslassen

Die junge Deutsche Marie (hervorragend gespielt von Rosalie Thomass) ist eine, die auszieht, das Fürchten zu lernen. Auf der Flucht vor ihren zerplatzten Lebensträumen und dem Verlust ihrer großen Liebe reist sie für die Organisation „Clowns ohne Grenzen“ in die Präfektur Fukushima.
Zusammen mit dem Clown Moshe (Moshe Cohen) will sie den überlebenden Opfern der Dreifachkatastrophe von 2011, die auch Jahre später immer noch in Notunterkünften leben, ein wenig Freude bringen. Schweres leichter machen. Eine Aufgabe, für die Marie, das muss sie sich schon bald eingestehen, überhaupt nicht geeignet ist. Doch bevor sie erneut davonläuft, beschließt Marie, ausgerechnet bei der störrischen alten Satomi (Kaori Momoi) zu bleiben, der letzten Geisha Fukushimas, die auf eigene Faust in ihr zerstörtes Haus in der Sperrzone zurückziehen will.

Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, die aber beide – jede auf ihre Art – in der Vergangenheit gefangen sind und lernen müssen, sich von ihren Schuldgefühlen und der Last ihrer Erinnerungen zu befreien.

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13.11.2018 um 19:30 Uhr: Im Westen nichts Neues

Thema „Ende des ersten Weltkriegs”:

Lewis Milestone, USA 1930, 152 Min. – der wohl bedeutendste und ehrlichste amerikanische Antikriegsfilm, basierend auf dem Roman von Erich Maria Remarque

Als ein Klassiker der Antikriegs-Literatur gehörte der Roman Im Westen nichts Neues des deutschen Schriftstellers Erich Maria Remarque lange Zeit zum Standard in der Schul-Lektüre. Auch die erste Leinwand-Adaption aus dem Jahre 1930 stieß seinerzeit auf ein großes (wenn damals auch noch nicht deutsches) Publikum und zählt bis heute zu einem wichtigen Kulturgut über die Schrecken des Ersten Weltkrieges.

Remarques geschilderte Erlebnisse in den Schützengräben der Westfront sind nach wie vor von alarmierender Aktualität.
Der 19-jährige Protagonist Paul Bäumer und seine Klassenkameraden haben das Abitur in der Tasche und melden sich mit Begeisterung zum Kriegsdienst. Vier Jahre überlebt Paul im ständigen Angesicht des Todes, bis er im Oktober 1918  fällt.
Antikriegsklassiker, der seinerzeit aufgrund von Nazikrawallen ursprünglich nur kurz in den deutschen Kinos lief.

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11.11.2018 um 18:00 Uhr: Zwei Herren im Anzug

Thema „Ende des ersten Weltkriegs”:

Josef Bierbichler, D 2018, 139 Min. – Josef Bierbichler verfilmt seinen eigenen Roman „Mittelreich” in einer wuchtigen Familiensaga aus dem bäuerlich-katholischen Milieu Bayerns

Bayern 1984: Im ausgedienten Tanzsaal eines traditionsreichen Gasthauses am See haben der Wirt und Bauer Pankraz und sein 35-jähriger Sohn Semi gerade die letzten Gäste verabschiedet, die zum Leichenschmaus zu Ehren der verstorbenen Frau und Mutter Theres erschienen waren. Nun sitzen Vater und Sohn in erzwungener Gemeinschaft beisammen und unterhalten sich über die Vergangenheit – auch, als ihnen zwei unbekannte Herren Gesellschaft leisten. Familienepos nach Motiven von Bierbichlers Roman „Mittelreich“.
Der Film erzählt anhand einer drei Generationen überspannenden Familiengeschichte über das zwanzigste Jahrhundert. Es geht um die Auswirkungen, die große Politik auf das Leben hat, einem Leben, welches sich an den Jahreszeiten orientiert und wo die Kinder das weitermachen müssen, was die Eltern angefangen haben. Wie kann man Vergangenes darstellen? „Immer gebrochen, immer gefärbt“, so der Regisseur Josef Bierbichler.

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27.10.2018 22:15 Uhr Spätvorstellung: A girl walks home alone at night

Ana Lily Amirpour, USA 2014, 101 Min. – Feministischer Vampirfilm einer iranisch-amerikanischen Drehbuchautorin und Regisseurin

In der iranischen Geisterstadt Bad City gehen seltsame Dinge vor. Hier tummeln sich die Erschöpften und Verbrauchten, Gesetzlose und ihre Opfer, die Wände schwitzen Verbrechen aus ihren Poren. Doch kaum einer, der hier lebt, ahnt, dass in dieser Stadt auch ein stiller Vampir umgeht, ein Vampir auf Rädern.

So geht es auch dem jungen, attraktiven Arash. Um die Schulden seines Vaters zu begleichen, muss er seinen geliebten Ford Thunderbird an den verschlagenen Dealer Saeed abtreten. Wütend auf alles und jeden, streift er durch die Straßen und begegnet einem Mädchen, das rätselhaft anziehend ist. Schon bald entdeckt Arash ihr Geheimnis: sie ist ein Vampir. Verhüllt in einen Tschador durchstreift sie Nacht für Nacht die Stadt auf ihrem Skateboard und erleichtert Bad City um so manches widerliche Subjekt. Arash und das namenlose Vampir-Mädchen freunden sich langsam an. Und eine zarte Liebesgeschichte entsteht an einem Ort, an dem eigentlich kein Platz dafür ist.

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23.10.2018 um 19:30 Uhr: Meine Reise mit Vater

Anca Miruna Lazarescu, D/RUM/H/S 2016, 111 Min. – witziges Roadmovie in der Aufbruchstimmung und des Lebensgefühls der 68er – jenseits und diesseits des „real existierenden Sozialismus”

Die Fiktion – Nicolae Ceausescu hat das »Internationale Tourismusjahr« ausgerufen. Der junge Arzt Mihai und sein Bruder Emil brechen mit ihrem Vater in die DDR auf. Vorgeblich ist es eine Urlaubsreise, doch insgeheim will Mihai den Vater zu einem Neurochirurgen nach Dresden schaffen, der dessen fortschreitende Demenz heilen könnte. Damit beginnt ein Roadmovie über eine Familie während der turbulenten Zeit des Prager Frühlings.

Die organisierte Rückreise der Rumänen soll mittels Transitvisum über die Bundesrepublik Deutschland führen. Bei den Begegnungen mit der Münchner Linken kollidieren schon mal westliche Phantastereien mit der Sehnsucht der Opfer des Sozialismus nach realer Freiheit und einem besseren Leben.

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