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24.09. um 19.30 Uhr: Beale Street

Barry Jenkins (Filmreihe: Rassismus in den USA)

USA 2018, 117 Min. – Wenn die Gesellschaft im kollektiven Sinn zerfällt, wird die kleinere menschliche Einheit immer wichtiger.

Erzählt wird die Geschichte von Tish Rivers und Fonny Hunt, einem jungen Paar. Sie lieben einander und kennen sich schon seit Kindheitstagen. Im Grunde genommen erwarten sie nicht viel vom Leben: Sie suchen eine gemeinsame Wohnung, Tish arbeitet
in einem Kaufhaus, Fonny macht beeindruckende Skulpturen aus Holz. Doch dann wird Fonny von der Puertoricanerin Victoria Rogers beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben und kommt ins Gefängnis. Zu keiner Zeit steht außer Frage, dass Fonny unschuldig ist oder Victoria tatsächlich vergewaltigt wurde.
Victoria wurde von einem Polizisten genötigt, die falsche Person zu identifizieren. Die Verbrechen, die Fonny und Victoria angetan werden, werden hier nicht gegeneinander ausgespielt: Sie markieren in aller Deutlichkeit, dass es in dem US-amerikanischen Justizsystem nicht darum geht, die Wahrheit herauszufinden oder für Gerechtigkeit zu sorgen.
Beale Street ist ein Filmdrama von Barry Jenkins, das auf einem gleichnamigen Roman von James Baldwin (dt. Titel: Beale Street Blues) aus dem Jahr 1974 basiert.

Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2019

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17.09. um 19.30 Uhr: Schloss aus Glas

Destin Daniel Cretton

USA 2017, 128 Min. – Drama nach dem gleichnamigen auto- biographischen Roman von Jeannette Walls

Als Kind hat Jeannette nie länger als ein paar Wochen am selben Fleck gewohnt. Die Mutter Rose war Künstlerin, der Vater Rex hat nie einen Job lange behalten können, da er spiel- und alkoholsüchtig war. Für Jeannette und ihre Geschwister ein Leben ohne Sicherheit. Anderseits auch ein großes Abenteuer: Denn mit ihrem Vater verband sie ein festes inneres Band. Stundenlang planten Jeannette und ihr Vater gemeinsam irgendwann ein Schloss aus Glas zu bauen.
Nun ist Jeannette erwachsen. Sie ist Journalistin, verheiratet und sehnt sich nach Ruhe, Beständigkeit und Ordnung. Ihre Kindheit und Familie scheint sie hinter sich gelassen zu haben. Doch letzten Endes kann sie nicht verhindern, immer ein Teil von ihr zu sein.
Der Film zeigt ungeschönt und offen die Ambivalenz der Elternfiguren, ohne sie zu verdammen. Denn schließlich ist der Film aus der Perspektive der Tochter erzählt.

In Kooperation mit dem Diakonischen Werk, dem Kreis NF und profamilia /

Ausstellung „ZERO” zur Prävention von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Besichtigung: 17.–20.9. , 8–17 Uhr Berufsschule Husum, Herzog-Adolf-Straße 3

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10.09. am 19.30 Uhr: Der wunderbare Garten der Bella Brown

Simon Aboud

GB 2016, 92 Min. – Magische Liebeskomödie über eine schüchterne Bibliothekarin, die lernt, sich den eigenen Ängsten zu stellen

Bella liebt die kleinen Dinge, die ihre Phantasie beflügeln; sie träumt davon, Kinderbücher zu schreiben. Im echten Leben und in ihrem Haus aber liebt sie vor allem Ordnung über alles. Natur ist ihr ein Graus, bedeutet sie doch Willkür und Chaos.
Als sie von ihrem Vermieter gezwungen wird, ihren verwilderten Garten innerhalb eines Monats in einen blühenden zu verwandeln,
weil ihr sonst die Kündigung droht, bekommt sie unerwartet Hilfe vom mürrischen Nachbarn. Der verfügt über einen grünen Daumen und jede Menge Lebensweisheit. Dessen überaus begabter Koch Vernon besitzt ein besonderes Gespür für Menschen. Als er merkt, wie sehr Bellas Herz für den jungen Erfinder Billy schlägt, hilft er dem Glück ein wenig auf die Sprünge.

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27.08. um 19.30 Uhr: „Cold War – Der Breitengrad der Liebe”

Pawel Pawlikowski – Polen/GB/Frankreich 2018, 88 Min. – Bilder einer stürmischen Beziehung als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklung

Pawel Pawlikowski, der Meister formaler Strenge, hat auch sein neuestes Werk in einem unterkühlten Schwarzweiß und im einengenden schmalen Bildformat gedreht.
Komponist Wiktor und seine Kollegin Irena reisen im Jahr 1949 zur Zeit des Wiederaufbaus mit ihrem Tonbandgerät durch die Bergdörfer Polens, um dort nach weiblichen Gesangstalenten zu suchen.
Die rebellische Zula hat das Zeug zum Star und Wiktor verliebt sich sofort in sie. Deswegen ist es kein Wunder, dass sie bald darauf im Mittelpunkt eines von ihm gegründeten Ensembles steht, mit dem der Komponist Kunst und Kultur seines Landes wieder auf ein hohes Niveau hieven will. Als allerdings die Truppe mehr und mehr für politische Ziele der Partei eingespannt wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin zur Flucht. Doch Zula, die ihn eigentlich dabei begleiten wollte, erscheint nicht am vereinbarten Treffpunkt und so sehen sich die beiden erst viele Jahre später in Paris wieder…
Schwarzer Humor macht den ansonsten recht ernsten Film, für den Pawlikowski bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2018 die Auszeichnung als bester Regisseur erhielt, besonders liebenswert.

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13.08. um 19.30 Uhr: Icíar Bollaín „Yuli”

Kuba/Großbritannien 2018, 110 Min. – Carlos Acosta, ein nden Wunderkind wider Willen wird Weltstar, doch sein Resümee fällt nachdenklich aus: „Die Einsamkeit verlässt dich nie.“

Zwischen Tanzfilm und Biopic wird die bewegende Lebensgeschichte des berühmten kubanischen Balletttänzers Carlos Acosta, einer der besten Tänzer unserer Zeit, erzählt.
Er wächst in Havanna auf Kuba in armen Verhältnissen auf. Stolz nennt der Vater seinen kleinen Sohn „Yuli“ – der Name des Kriegs- gotts Ogun aus der Santeria, der afrikanischen Yoruba-Religion seiner Vorfahren.
Verschleppt aus Afrika kamen sie als Sklaven auf die Insel. Carlos‘ Vater ist streng und wünscht sich eine bessere Zukunft für seinen
Jungen. Als er dessen großes Talent fürs Tan- zen bemerkt, meldet er ihn gegen den Willen seines Sohnes, der lieber Fußballstar werden will, bei der staatlichen Ballettschule an und sorgt mit harter Hand dafür, dass Carlos seine Ausbildung beendet. Yuli muss lernen, mit der Einsamkeit zu leben, so wird der Tanz zur Zuflucht.
In ihrem Film YULI verbindet die spanische Regisseurin Iciar Bollain Tanz und Film auf faszinierende Weise. YULI ist aber auch ein Film über Kuba und die Menschen dort.

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Dienstag, den 23. Juli um 19.30 Uhr: Der Trafikant

Dienstag, den 23. Julium 19.30 Uhr 

Österreich/ Deutschland 2018, 114 Minuten

Regie: Nikolaus Leytner

Verfilmung des gleichnamigen Romans von Robert Seethaler über einen jungen Zeitschriften- und Tabakverkäufer im Wien vor dem Zweiten Weltkrieg mit Bruno Ganz in seiner letzten Rollen

Wien 1937: Der siebzehnjährige Franz Huchel (Simon Morzé) kommt in die Stadt, um eine Lehrstelle in einer Trafik (österreichisch für Tabak- und Zeitschriften-Laden) bei einem Jugendfreund der Mutter anzutreten. Huchel ist naiv, verträumt und behütet auf dem Land aufgewachsen. Die Großstadt überfordert den Jungen. Durch die Zeitungen lernt er die Welt kennen und am Prater die Liebe, als er auf Tänzerin Anezka (Emma Drogunova) trifft. In der Trafik begegnet Huchel zufälligerweise dem schon damals berühmten Sigmund Freud (Bruno Ganz), der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. Huchel erhofft sich auch einen guten Rat in Liebesdingen, denn Anezka betrachtet den Burschen bloß als Affäre. Kann Freud ihm helfen? Zwischen den beiden entwickelt sich eine eigenwillige Freundschaft. Als Hitler die Kontrolle über Österreich übernimmt, sieht sich Franz in die Wirren der turbulenten Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg verwickelt.

Ganz im Stil der literarischen Vorlage erzählt der Film schon fast lakonisch seine Geschichte. Auf geschickte Weise verknüpft er die Begegnung eines jungen Mannes mit einer berühmten Persönlichkeit vor den düsteren historischen Ereignissen.

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