Und am 9.8. um 19.30h: Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern

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Stina Werenfels
Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern
CH/D 2015, 90 Min.

In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Husum, Horizonte und pro familia

Sexualität und Behinderung – und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Die 18-jährige, geistig behinderte Dora (eindringlich und glaubwürdig gespielt von Victoria Schulz) ist ein lebenslustiges und aufgewecktes Mädchen. Als ihre Mutter Kristin (subtil in Szene gesetzt von Jenny Schily) Doras Medikamente absetzt, beginnt diese ihre Sexualität zu entdecken. Sie trifft auf einem Markt den  zwielichtigen Peter (brilliant verkörpert von Lars Eidinger), der ihr auf Anhieb gefällt. Als sie sich mit ihm einlässt, bewerten die aufgebrachten Eltern den Vorgang als skrupellosen Missbrauch. Sie untersagen ihr den Kontakt zu Peter, wovon sich Dora allerdings nicht beirren lässt. Sie wird ungeplant  schwanger und damit droht ihre Familie auseinanderzubrechen.
Doras unbeherrschte Lust auf das Leben schockiert die Eltern und sie müssen nicht nur Beziehungsgrenzen neu evaluieren, sondern auch Themen wie Selbstbestimmung, Vertrauen und Eifersucht überdenken. Mutig, nötig, feinfühlig – mit der Adaption des Theaterstücks von Lukas Bärfuss ist der Schweizerischen Regisseurin Stina Werenfels ein furchtloses und anrührendes Drama über das Loslassen gelungen. Dazu gehören die zarten, subjektiven Kamerablicke, die Doras Sicht auf die Schönheit der Welt einfangen, genauso wie das Porträt einer verzweifelten Mutter, die ihrerseits mit den Fallstricken des Lebens zu kämpfen hat.
Ein unangepasster Film über die Entdeckung der Lust in einer gelungenen Mischung aus Psychodrama und Tragikomik.
Der Film erhielt den Schweizer Filmpreis in vier Kategorien.

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Und am 26.7. um 19.30h: Der müde Tod

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Fritz Lang
Der müde Tod
Stummfilm, D 1921, 98 min.

Restaurierte Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Parallel zeigt das Kino-Center den aktuellen Spielfilm: „Fritz Lang“ – von Gordian Maugg mit Heino Ferch

Der müde Tod gilt als frühes Meisterwerk Fritz Langs. Eine Fabel über den Versuch, einen Geliebten aus der Macht des Todes auszulösen – eine Variante des klassischen Orpheus und Eurydike-Themas. Eine junge Frau (Ufa-Star Lil Dagover) will ihren verstorbenen Geliebten (Walter Janssen) zurückhaben. Sie bittet den Tod (Bernhard Goetzke) darum. Er führt sie in einen Raum voller Kerzen. Es sind die Lebenslichter der Menschen, die dort brennen und verlöschen, sobald ein Leben zu Ende geht. Drei sind schon weit heruntergebrannt, und wenn es ihr gelingt, nur eines vor dem Verlöschen zu bewahren, erhält sie ihren Geliebten zurück. In drei visionären Episoden – diese spielen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten – erlebt sie das Schicksal und Scheitern ihrer Liebe. Und noch einmal gibt der Tod ihr eine Chance.
Fritz Lang gehört zu den bedeutendsten Regisseuren der Filmgeschichte. Er prägte nicht nur das Weimarer Kino, sondern arbeitete sehr erfolgreich in Hollywood und wurde bereits zu Lebzeiten ein Mythos. Wenngleich auf seiner Persönlichkeit dunkle Schatten lasten. Von diesen Seiten erzählt das Doku-Drama „Fritz Lang“ (2016) von Gordian Maugg.

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Und am 12.7. um 19.30h: Trumbo

Jay Roach
Trumbo
USA 2015, 128 min.

In den 1940er Jahren führt der erfolgreiche Drehbuchautor Dalton Trumbo in Amerika mit seiner Familie ein Leben wie aus dem Bilderbuch. Seine Arbeiten an Filmen wie „Johnny Got His Gun“ (1939), dem populärsten Antikriegsfilm seiner Zeit, oder die Gesellschaftskritik „Fräulein Kitty“ (1940) werden so erfolgreich, dass er zu den bestbezahltesten Drehbuchautoren Hollywoods gehört. Doch als während der McCarthy-Ära die antikommunistische Hysterie ausbricht, gerät er als Mitglied der Kommunistischen Partei natürlich ins Visier der Kommunistenjäger. Als er sich darüber hinaus auch noch weigert, vor dem „Komitee für unamerikanische Umtriebe“, dem HUAC (=Original House Committee on Un-American Activities), auszusagen und stattdessen lautstark verkündet, dass die gesamte Veranstaltung gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten verstoße, wird er verhaftet und für elf Monate ins Gefängnis gesteckt. Zudem landet er auf der berüchtigten inoffiziellen „Blacklist“ Hollywoods – was einem Berufsverbot  gleichkommt. Doch statt sich unterkriegen zu lassen, ficht er mit der amerikanischen Regierung einen Kampf um die Freiheit aus. Unter Verwendung von Pseudonymen und einem System von Strohmännern setzt er seine Arbeit fort und bleibt als Autor weiterhin begehrt. Stanley Kubricks “Spartacus” und “Exodus” von Otto Preminger waren die ersten Filme, in denen der Name Dalton Trumbo wieder offiziell auftauchte – 1975 wurde das Komitee für unamerikanische Umtriebe aufgelöst.

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Filmprogramm 2016/2

Das Filmprogramm für die zweite Hälfte von 2016 ist jetzt online.

Und kann als pdf angesehen werden:

filmklubprogramm_2016_2

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Und am 28.6. um 19:30h: My Stuff

My Stuff

Petri Luukkainen
My Stuff – Was brauchst du wirklich?
Finnland 2013, 80 min.

Petri ist Mitte 20, als seine Freundin ihn verlässt. Er tröstet sich, indem er seine Kreditkarte zum Glühen bringt. Er kauft und kauft und kauft. Glücklicher wird er dadurch nicht. Petri steckt tief in einer echten Existenzkrise, als er sich entscheidet, ein Selbstexperiment zu starten: Er packt alles, was er besitzt, in ein Lager und legt klare Regeln fest:
1. Das Experiment dauert ein Jahr.
2. Jeden Tag darf er einen Gegenstand aus dem
Lager zurückholen.
3. Neue Dinge kaufen darf er in dieser Zeit nicht.
Petris neues Leben beginnt damit nackt in einem leeren Apartment. Die Uhr tickt, er wartet auf Mitternacht, wenn er den ersten Gegenstand aus dem Lager holen darf. Und als Petri losläuft durch eine bitterkalte Januarnacht in Helsinki, nur bekleidet mit einer Zeitung aus dem Müllcontainer, kann er die Herausforderungen nur erahnen, die sich ihm in diesem Jahr stellen werden. Was wirklich wichtig ist im Leben. Humorvoll und wundervoll leicht erzählt, hält dieser Film uns einen Spiegel vor.

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Und am 22.6. um 19.30h: Nader + Simin – eine Trennung

Asghar Farhadi
Nader + Simin – eine Trennung
Iran, 2011

Der Filmclub Husum zeigt im Rahmen der Flüchtlingswoche den Film von Asghar Farhadi, der bei der Berlinale 2011 gewann. Krimi und Ehedrama zugleich, erzählt er von Krankheit und Vater-Tochter-Beziehung und thematisiert das Leben unter dem iranischen Regime. Ein Ehepaar will seine iranische Heimat verlassen. Doch Nader bringt es nicht übers Herz, seinen an Alzheimer erkrankten Vater zurückzulassen. Seine enttäuschte Frau Simin reicht die Scheidung ein und lässt Nader und ihre Tochter Termeh mit dem dementen Greis zurück. Der nunmehr alleinerziehende Vater engagiert die schwangere Razieh, um ihm bei der Pfl ege seines Vaters unter die Arme zu greifen. Als er seinen Vater wenig später ohnmächtig und ans Bett gefesselt vorfindet, kommt es zur Katastrophe …

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