12.02.2019 um 19.30 Uhr: Die Magie des Lichts

Film von Christian Labhart, CH 2018, 82 Min.

Portrait des Malers Giovanni Segantini, der ein außergewöhnliches Leben führte – gelesen von Bruno Ganz 

Giovanni Segantini (1858–1899) wurde als Österreicher geboren und wuchs in großer Armut auf. Ohne Schule, immer ums Überleben kämpfend, kommt er als Waise zu seiner Halbschwester nach Mailand.

Mit Zeichnen und Malen verdient er sich etwas Geld und sein außergewöhnliches Talent wird entdeckt. Durch Fürsprache wird er in die Kunstakademie aufgenommen und entwickelt eine neuartige Behandlung des Lichts – schon bald erhält er Preise und Anerkennung. Er verliebt sich in die Tochter der angesehenen und wohlhabenden Familie Bugatti. Es wird eine große Liebe – vier Kinder gehen aus der Ehe hervor. Doch trotz des Erfolgs steht die Familie oft vor dem Ruin.  

Das wechselvolle Leben des Künstlers, dessen Bilder im Film zu sehen sind, wird anhand seiner autobiographischen Texte rekonstruiert, die Bruno Ganz liest. 

Giovanni Segantini starb bei einem Aufstieg in den Alpen, mit nur 41 Jahren und unter traurigen Umständen.

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22.01.2019 um 19.30 Uhr: Die Blumen von gestern

Themenpaket: Erinnern statt Vergessen (2)

Film von Chris Kraus, D 2017, 125 Min.

Komödie über die Spätfolgen des Holocausts, die stilsicher zwischen Komik und Tragik balanciert – mit Adéle Haenel und Lars Eidinger in den Hauptrollen

Totila Blumen (Lars Eidinger) ist Holocaust Forscher, sehr ernsthaft und steckt mitten in einer Lebens- und Sinnkrise: Sein Beruf deprimiert ihn, die Ehe kriselt. 

Mit überhöhten Moralvorstellungen nervt er seine Umgebung. Als sein großes Vorbild, Professor Norkus, kurz vor seinem Tod nicht ihn, sondern den karrieristischen Balthasar 

(Jan Josef Liefers) zum Nachfolger bestimmt, ist Totila mit den Nerven am Ende und hat sich nicht mehr im Griff. Sein neuer Chef drückt ihm als erstes die überdrehte französische Studentin Zazie (Adéle Haenel) als Praktikantin aufs Auge. Der frustrierte Historiker behandelt Zazie, die obendrein ein Verhältnis mit Balthasar hat, verletzend und grob. Aber die exzentrische junge Frau, Enkelin eines Holocaust Opfers, lässt sich nicht abschütteln. Anscheinend hat sie ihre ganz eigene Agenda – eine Agenda, die eng mit Totilas Herkunft und seinem Nazi-Großvater verknüpft ist. 

Während Balthasar droht, aus einem geplanten Auschwitz Kongress ein werbefinanziertes Medien-Event zu machen, verschwinden Totila und Zazie für eine Weile auf den Spuren ihrer Großeltern nach Riga.

«Entsetzlich komisch» urteilte „Die Zeit”.


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20.01.2019 um 18.00 Uhr: Stille Retter

Themenpaket: Erinnern statt Vergessen (1)

von Susanne Wittek und Christian Frey, D 2016, 55 Min.

Dokumentation mit Spielszenen im Graphic Novel-Stil über die aussergewöhnliche Hilfsbereitschaft im besetzten Frankreich, durch die Überleben für die jüdische Bevölkerung möglich war

Die Autorin Susanne Wittek beantwortet im Anschluss gerne Fragen aus dem Publikum

Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht befand sich auch die jüdische Bevölkerung in Frankreich in Lebensgefahr. Aber drei von vier Juden überlebten den Holocaust in Frankreich. Das sind mehr als in anderen von Nazi-Deutschland besetzten Ländern. 

Wie das zu erklären ist, beantwortet auf ungewöhnliche Weise die arte-Dokumentation „Stille Retter – Überleben im besetzten Frankreich”.

Im Kontrast zu den Interviews mit den Zeitzeugen sind deren Erinnerungen im Stil einer Graphic Novel erzählt. Das Filmteam habe sich bewusst für die Animationen entschieden, um nicht die Illusion zu erzeugen, dass das, was die Zeitzeugen berichten, eins zu eins so gewesen ist, so erläuterte Susanne Wittek:

„Wir können uns den Ereignissen, die die Zeitzeugen berichten, nur annähern.”



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08.01.2019 um 19.30 Uhr: Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

Debüt-Film von Julian Radlmaier, D/I 2017, 99 Min.

Komödie, die der dringenden Frage nachgeht: „Ist Kommunismus auch ohne Kommunisten möglich? 

Die Frage ist durchaus ernst gemeint und so konsequent und radikal komisch wie der junge Filmemacher Julian Radlmaier sie in seinem dffb-Abschlussfilm verhandelt, gelingt ihm ein kleines Kunststück. 

Um seine angehimmelte Camille zu beeindrucken, erzählt er ihr, er wolle für einen kommunistischen Märchenfilm recherchieren, in dem sie die Hauptrolle spielen soll. Dabei zettelt der Möchtegern-Revolutionär einen Aufstand unter den skurrilen Saisonarbeitern (jeder dieser Figuren für sich wäre schon eine Geschichte wert) auf einer Obstplantage an.

«Hoch intelligent und erfrischend komisch», (Die Presse) Der Film erhielt nach der Premiere auf der Berlinale 2017 begeisterte Kritiken.

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25.12.2018 um 19:30 Uhr: Arthur und Claire

Weihnachts-Nachschlag

Miguel Alexandre, A/D/NL 2017, 98 Min. – zwei Lebensmüde taumeln durch die Amsterdamer Nacht – Tragikomödie um ein eigentlich ernstes Thema

In einem Hotel in Amsterdam begegnen sich zwei Menschen, von denen jeder für sich bereits mit dem Leben abgeschlossen hatte. Doch dann vereitelt der lebensmüde Arthur durch Zufall den Plan der jungen Claire. Aus den beiden wird eine unerwartete Schicksalsgemeinschaft, die gemeinsam in die Nacht aufbricht und zwischen Grachten, Coffee Shops, bestem Whiskey und vorsichtiger neuer Freundschaft beginnt, die Pläne des jeweils anderen gehörig zu durchkreuzen.
Nach dem gleichnamigen Theaterstück von Stefan Vögel haben Miguel Alexandre und Josef Hader ein Drehbuch verfasst, das dem auch als Hauptdarsteller fungierenden Hader auf den Leib geschrieben ist. Bei ihrem Streifzug durch das nächtliche Amsterdam entwickelt sich zwischen den beiden Lebensmüden eine unerwartete vorsichtige Freundschaft, die nach vielen melancholisch-philosophischen Gesprächen am nächsten Morgen ihre Tragik in Hoffnung umschlagen lässt: „Glaubst Du, es lohnt sich, für das halbe Jahr, das ich noch zu leben habe, Niederländisch zu lernen?“, fragt Arthur Claire, als er neben ihr im Bus sitzt, der sie in Claires Heimatstadt bringt, wo sie ein neues Leben anfangen will. Und wie zum Beweis schlägt der sarkastische Humor in einen launigen um: „Welches ist das schwierigste Wort auf Niederländisch?“ – „Schipbeschuit (Schiffszwieback)!“

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21.12.2018 um 19:30: Kurzfilmabend: Filme mit Fahrrad

Internationaler Kurzfilmtag

70 Min. lang: Kurze Filme über große und kleine Räder.

Am 21. Dezember, dem kürzesten Tag des Jahres, wird der KURZFILMTAG seit 2012 gefeiert. Er ist inspiriert von der französischen Version „Le Jour Le Plus Court“, die ihre Premiere 2011 erlebte. Inzwischen feiern auch viele andere Länder den KURZFILMTAG.
Zwischen Husum in Schleswig-Holstein und dem bayrischen Holzkirchen werden an diesem Datum in allen Bundesländern kurze Filme laufen. 2017 waren es 276 Veranstaltungen in mehr als 132 Orten. Zum 4. Mal ist auch der Filmklub Husum mit von der Partie und zeigt diesmal eine kleine Auswahl von Kurzfilmen aus verschiedenen Ländern, die sich rund um das Zweirad drehen. Vor 200 Jahren im Juni 1817 fuhr Karl Drais erstmals auf einer Laufmaschine (Draisine) durch Mannheim – die Geburt des Fahrrads!

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