Und am 24.1. um 19.30h: Alexis Sorbas

Alexis Sorbas

Michael Cacoyannis
Alexis Sorbas
Griechenland 1964, 142 min.

Meist wird dieser Film mit dem Sirtaki-Tanz in Verbindung gebracht – dabei sind die berühmten Tanzschritte eigens für diese Szenen entwickelt worden, um es den Hauptdarstellern etwas leichter zu machen. Tatsächlich ist er ein Blick auf archaische Strukturen und die Ablehnung allem Fremden gegenüber. Gleichzeitig ist er eine Ode an die Kraft des eigenen Willens und den unbändigen Lebenswillen des Menschen – und sei es in noch so verlustreichen Situationen. Anthony Quinn, dessen Weltruhm spätestens seit Fellinis „La Strada” manifestiert war, wurde mit dieser Rolle jedoch am meisten identifiziert. Für Alan Bates war dieser Film der Beginn seiner Karriere. In gleichermaßen beeindruckenden Rollen spielen die unvergessene Irene Papas als Witwe, die sich dem Patriarchat verweigert, und Lila Kedrova – sie erhielt für ihre Nebenrolle als gealterte Kurtisane 1965 den Oscar.

Nikos Kazantzakis gilt als einer der bedeutendsten Autoren Griechenlands. Seine zentralen Themen sind Fremdherrschaft, insbesondere in Griechenland und auf Kreta, Religion und Heuchelei, die animalische Vitalität
des Seins und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Eine reale Begebenheit lieferte ihm die Vorlage für seinen bekanntesten Roman, Alexis Sorbas.

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Das neue Programm für 2017

Das Programmheft für die erste Jahreshälfte von 2017 kann man sich hier herunterladen:

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Und am 10.1. um 19.30h: Frantz

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François Ozon
Frantz
F/D 2016, 113 min.

Quedlinburg, im Jahr 1919: Die junge Anna (Paula Beer) sucht regelmäßig die Ruhestätte ihres Verlobten Frantz auf, der dort nicht gebettet ist, da er im Ersten Weltkrieg in Frankreich gefallen ist und daher irgendwo in einem Massengrab fern der Heimat liegt. Irgendwann sieht sie dort einen jungen Mann, der am Grab Blumen ablegt. Bei dem Fremden handelt es sich um den jungen Franzosen Adrien (Pierre Niney). Er gibt an, vor dem
Krieg mit Frantz befreundet gewesen zu sein und ihn schmerzlich zu vermissen. Beide hätten sich in Paris kennengelernt und die Liebe zur Kunst geteilt, vor allem zur Musik. Anna und Adrien freunden sich an, die Eltern des Verstorbenen nehmen den Franzosen nach ersten Zweifeln und trotz aller Anfeindungen im Ort bei sich auf. Das Reden bricht das Eis, die Musik versöhnt, die Kunst überwindet das Nationale. Der junge Fremde erzählt von gemeinsamen Tanzabenden in Pariser Cafés mit dem deutschen Freund, von Spaziergängen durch den Louvre. Eine beredte Abbitte dafür, dass er selbst am Leben geblieben ist, während der andere gestorben ist.
„Ich wollte davon erzählen, wie Lügen und Geheimnisse in dramatischen Zeiten wie des Krieges und der Krise den Menschen beim Überleben helfen können. Die Lüge ist eine Metapher für unser Bedürfnis und unsere Sehnsucht nach Fiktion – und daher auch nach Filmen“ (François Ozon)

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Und am 27.12. um 19.30h: Control

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Anton Corbijn
Control
UK 2007, S/W 117 min.

Der 19-jährige Ian Curtis (Sam Riley) wohnt im Manchester der ausgehenden 1970er Jahre, als er Debbie (Samantha Morton) kennenlernt. Sie heiraten früh und bekommen eine Tochter. Curtis, ein David-Bowie-Fan, ist begabt Gedichte zu schreiben und gründet mit Freunden die Band “Joy Division”, der er mit seiner ominösen Stimme und seinem düsteren Charisma als Sänger vorsteht. Doch er kommt mit dem schnellen Erfolg nicht zurecht. Er flüchtet in eine Affäre mit der Journalistin Annik (Alexandra Maria Lara). Er leidet an epileptischen Anfällen und an einer schweren Depression, die für ihn seine persönliche Hölle ist. Am Abend vor der ersten großen Tournee fasst er einen schweren Entschluss.
Das Kinodebüt des internationalen Starfotografen Anton Corbijn aus den Niederlanden, der fast alle Größen im Musikbusiness vor der Kamera hatte, beruht auf dem Buch “Touching From A Distance”, das Ians Ehefrau Deborah nach seinem Tod über ihn schrieb. Die Einflüsse der Post-Punk Band Joy Division auf die heutige Pop- und Rockmusik ist nicht hoch genug einzuschätzen. Sie gelten auch als Begründer des Dark Wave sowie des Gothic Rock.

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Und am 21.12. um 19.30h: 8 Shorts for one Christmas

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Der kürzeste Tag – Der KURZFILMTAG

Am 21. Dezember, dem kürzesten Tag des Jahres, wird  der KURZFILMTAG seit 2012 gefeiert. Er ist inspiriert von der französischen Version „Le Jour Le Plus Court“, die ihre Premiere 2011 erlebte. Inzwischen feiern auch viele andere Länder den KURZFILMTAG. Zwischen Husum in Schleswig-Holstein und dem bayrischen Holzkirchen werden an diesem Datum in allen Bundesländern kurze Filme laufen. Letztes Jahr  waren es 229 Veranstaltungen in 111 Städten und Gemeinden. Zum 2. Mal ist auch der Filmklub mit von der Partie und zeigt  am 21.12. um 19.30 Uhr acht Kurzfilme zum Thema Weihnachten:

“8 Shorts for one Christmas”:

Weihnachten einmal um die Welt in 70 Minuten. In Deutschland, Großbritannien, Neuseeland, Schweden, Russland und den Niederlanden wird gefeiert – mit einigen Hindernissen. Die Filme werden in der Originalfassung mit dt. Untertiteln gezeigt.

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Und am 13.12. um 19.30h: Rosen für den Staatsanwalt

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Wolfgang Staudte
Rosen für den Staatsanwalt
D 1959, 95 min.

Die bundesdeutsche Justiz war bis weit in die 1960er Jahre noch durchsetzt von ehemaligen Mitläufern des NS-Regimes. Staudtes Film gehört zu den ersten deutschen Filmen, die sich inhaltlich konsequent mit diesen “furchtbaren Juristen” auseinandersetzten. Wolfgang Staudte, dem bereits mit der Heinrich-Mann-Verfilmung „Der Untertan” (1951) eine Abrechnung mit gesellschaftlichen Strukturen und der unheilvollen Untertanentreue gelang, legte auch mit „Rosen für den Staatsanwalt” den Finger auf eine unbehandelte Wunde der jungen BRD. Aktuelle Filme wie „Der Staat gegen Fritz Bauer” von Lars Kraume (2015) zeigen das ganze Ausmaß dieser Verflechtungen im damaligen Justizapparat auf. Staudtes Film kann als ein früher Ausgangspunkt gewertet werden. Martin Held zählt (bis heute) zu den beliebtesten Film- und Theaterschauspielern – er konnte überzeugend in nahezu jede Rolle schlüpfen. Walter Giller stellte erstmals sein Potential zum Charakterdarsteller unter Beweis und erhielt für seine Rolle den Bundesfilmpreis, das Filmband in Silber für die Beste Hauptrolle.
Bemerkenswert sind auch die hochkarätigen Schauspieler der Nebenrollen: Ingrid van Bergen, Camilla Spira, Werner Peters, Paul Hartmann, Inge Meysel, Werner Finck, Ralf Wolter, Wolfgang Neuss u.a..

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