25.12.2018 um 19:30 Uhr: Arthur und Claire

Weihnachts-Nachschlag

Miguel Alexandre, A/D/NL 2017, 98 Min. – zwei Lebensmüde taumeln durch die Amsterdamer Nacht – Tragikomödie um ein eigentlich ernstes Thema

In einem Hotel in Amsterdam begegnen sich zwei Menschen, von denen jeder für sich bereits mit dem Leben abgeschlossen hatte. Doch dann vereitelt der lebensmüde Arthur durch Zufall den Plan der jungen Claire. Aus den beiden wird eine unerwartete Schicksalsgemeinschaft, die gemeinsam in die Nacht aufbricht und zwischen Grachten, Coffee Shops, bestem Whiskey und vorsichtiger neuer Freundschaft beginnt, die Pläne des jeweils anderen gehörig zu durchkreuzen.
Nach dem gleichnamigen Theaterstück von Stefan Vögel haben Miguel Alexandre und Josef Hader ein Drehbuch verfasst, das dem auch als Hauptdarsteller fungierenden Hader auf den Leib geschrieben ist. Bei ihrem Streifzug durch das nächtliche Amsterdam entwickelt sich zwischen den beiden Lebensmüden eine unerwartete vorsichtige Freundschaft, die nach vielen melancholisch-philosophischen Gesprächen am nächsten Morgen ihre Tragik in Hoffnung umschlagen lässt: „Glaubst Du, es lohnt sich, für das halbe Jahr, das ich noch zu leben habe, Niederländisch zu lernen?“, fragt Arthur Claire, als er neben ihr im Bus sitzt, der sie in Claires Heimatstadt bringt, wo sie ein neues Leben anfangen will. Und wie zum Beweis schlägt der sarkastische Humor in einen launigen um: „Welches ist das schwierigste Wort auf Niederländisch?“ – „Schipbeschuit (Schiffszwieback)!“

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21.12.2018 um 19:30: Kurzfilmabend: Filme mit Fahrrad

Internationaler Kurzfilmtag

70 Min. lang: Kurze Filme über große und kleine Räder.

Am 21. Dezember, dem kürzesten Tag des Jahres, wird der KURZFILMTAG seit 2012 gefeiert. Er ist inspiriert von der französischen Version „Le Jour Le Plus Court“, die ihre Premiere 2011 erlebte. Inzwischen feiern auch viele andere Länder den KURZFILMTAG.
Zwischen Husum in Schleswig-Holstein und dem bayrischen Holzkirchen werden an diesem Datum in allen Bundesländern kurze Filme laufen. 2017 waren es 276 Veranstaltungen in mehr als 132 Orten. Zum 4. Mal ist auch der Filmklub Husum mit von der Partie und zeigt diesmal eine kleine Auswahl von Kurzfilmen aus verschiedenen Ländern, die sich rund um das Zweirad drehen. Vor 200 Jahren im Juni 1817 fuhr Karl Drais erstmals auf einer Laufmaschine (Draisine) durch Mannheim – die Geburt des Fahrrads!

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11.12.2018 19:30 Uhr: Die Mörder sind unter uns

Klassiker zum Tag der Menschenrechte

Wolfgang Staudte, D 1946, 85 Min. – mit expressionistischer Ästhetik inszenierte Wolfgang Staudte einen bis heute beeindruckenden Film

Berlin, 1945 – eine KZ-Überlebende (die erste große Rolle für Hildegard Knef) kehrt nach ihrer Gefangenschaft zurück in ihre alte Wohnung. Dort ist jedoch ein ehemaliger Militär-Chirurg (Ernst Wilhelm Borchert) einquartiert. Der versucht seine Erinnerungen im Alkohol zu ertränken. In dieser bedrückenden Schicksalsgemeinschaft beginnt die Aufarbeitung der Vergangenheit.

Kameraführung, Bildmontage, Lichtsetzung und Ton folgen expressionistischer Ästhetik – als eine bewusste Abgrenzung zum „geleckten” Ufa-Stil der NS-Films.
Staudte sagte zur Intention seines Films: „Wir wollen in diesem Film nicht lediglich die äußere Wirklichkeit abfotografieren, sondern die Welt zeigen, in der wir leben, mit der Vergangenheit, die tausende und abertausende unserer Mitmenschen belastet, in der wir uns aber alle zurechtzufinden haben.”

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27.11.2018 um 19:30 Uhr: Grüße aus Fukushima

Zum internationalen Tag (25.11.) zur Beseitigung von Gewalt an Frauen

Doris Dörrie, D 2016, SW, 104 Min. – eine poetische Geschichte vom Loslassen

Die junge Deutsche Marie (hervorragend gespielt von Rosalie Thomass) ist eine, die auszieht, das Fürchten zu lernen. Auf der Flucht vor ihren zerplatzten Lebensträumen und dem Verlust ihrer großen Liebe reist sie für die Organisation „Clowns ohne Grenzen“ in die Präfektur Fukushima.
Zusammen mit dem Clown Moshe (Moshe Cohen) will sie den überlebenden Opfern der Dreifachkatastrophe von 2011, die auch Jahre später immer noch in Notunterkünften leben, ein wenig Freude bringen. Schweres leichter machen. Eine Aufgabe, für die Marie, das muss sie sich schon bald eingestehen, überhaupt nicht geeignet ist. Doch bevor sie erneut davonläuft, beschließt Marie, ausgerechnet bei der störrischen alten Satomi (Kaori Momoi) zu bleiben, der letzten Geisha Fukushimas, die auf eigene Faust in ihr zerstörtes Haus in der Sperrzone zurückziehen will.

Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, die aber beide – jede auf ihre Art – in der Vergangenheit gefangen sind und lernen müssen, sich von ihren Schuldgefühlen und der Last ihrer Erinnerungen zu befreien.

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13.11.2018 um 19:30 Uhr: Im Westen nichts Neues

Thema „Ende des ersten Weltkriegs”:

Lewis Milestone, USA 1930, 152 Min. – der wohl bedeutendste und ehrlichste amerikanische Antikriegsfilm, basierend auf dem Roman von Erich Maria Remarque

Als ein Klassiker der Antikriegs-Literatur gehörte der Roman Im Westen nichts Neues des deutschen Schriftstellers Erich Maria Remarque lange Zeit zum Standard in der Schul-Lektüre. Auch die erste Leinwand-Adaption aus dem Jahre 1930 stieß seinerzeit auf ein großes (wenn damals auch noch nicht deutsches) Publikum und zählt bis heute zu einem wichtigen Kulturgut über die Schrecken des Ersten Weltkrieges.

Remarques geschilderte Erlebnisse in den Schützengräben der Westfront sind nach wie vor von alarmierender Aktualität.
Der 19-jährige Protagonist Paul Bäumer und seine Klassenkameraden haben das Abitur in der Tasche und melden sich mit Begeisterung zum Kriegsdienst. Vier Jahre überlebt Paul im ständigen Angesicht des Todes, bis er im Oktober 1918  fällt.
Antikriegsklassiker, der seinerzeit aufgrund von Nazikrawallen ursprünglich nur kurz in den deutschen Kinos lief.

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11.11.2018 um 18:00 Uhr: Zwei Herren im Anzug

Thema „Ende des ersten Weltkriegs”:

Josef Bierbichler, D 2018, 139 Min. – Josef Bierbichler verfilmt seinen eigenen Roman „Mittelreich” in einer wuchtigen Familiensaga aus dem bäuerlich-katholischen Milieu Bayerns

Bayern 1984: Im ausgedienten Tanzsaal eines traditionsreichen Gasthauses am See haben der Wirt und Bauer Pankraz und sein 35-jähriger Sohn Semi gerade die letzten Gäste verabschiedet, die zum Leichenschmaus zu Ehren der verstorbenen Frau und Mutter Theres erschienen waren. Nun sitzen Vater und Sohn in erzwungener Gemeinschaft beisammen und unterhalten sich über die Vergangenheit – auch, als ihnen zwei unbekannte Herren Gesellschaft leisten. Familienepos nach Motiven von Bierbichlers Roman „Mittelreich“.
Der Film erzählt anhand einer drei Generationen überspannenden Familiengeschichte über das zwanzigste Jahrhundert. Es geht um die Auswirkungen, die große Politik auf das Leben hat, einem Leben, welches sich an den Jahreszeiten orientiert und wo die Kinder das weitermachen müssen, was die Eltern angefangen haben. Wie kann man Vergangenes darstellen? „Immer gebrochen, immer gefärbt“, so der Regisseur Josef Bierbichler.

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