Und am 12.11.: Goya – oder der arge Weg der Erkenntnis

Einführungsvortrag 19:15, Filmbeginn 19:30

Konrad Wolf
Goya – oder der arge Weg der Erkenntnis
DDR 1971, 134 min.

Einer der wenigen Monumentalfilme der DEFA schildert das Schicksal des großen Malers

Der Roman von Lion Feuchtwanger ist die literarische Vorlage des Films, in dem der Regisseur Konrad Wolf den Maler Goya als einen Mann im Widerspruch, zwischen Königstreue und Volksverbundenheit zeigt.

Als Hofmaler Karls IV. von Spanien ist Don Francisco de Goya Lucientes zu Ansehen und Wohlstand gekommen. In leidenschaftlicher Liebe fühlt er sich zu der Herzogin Alba hingezogen, doch gleichzeitig hasst er die hochnäsige Aristokratin in ihr. Er genießt seine Stellung bei Hofe, aber er ist auch durch und durch Spanier und liebt das Volk.

Dieser Widerspruch bringt ihn auf den „argen Weg der Erkenntnis”. Sein Mitarbeiter und Freund Esteve führt ihn zu den wahren Patrio- ten des Landes. Die Verurteilung der Sängerin Maria Rosario durch die Inquisition verändert sein Leben radikal und er erkennt den Macht- missbrauch der Katholischen Kirche.

Je weiter er in das Leben des Volkes eindringt und daraus Motive für seine Kunst schöpft, des- to größer wird seine innere Pein angesichts der Zustände im Land. Seine Kunst wird zum Aus- druck der revolutionären Bewegung des Volkes. So gerät er selbst in die Fänge der Inquisition.

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22.10. um 19.30 Uhr: Gestorben wird morgen

Thema: Endlichkeit des Lebens -In Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Hospizdienst Husum und Umgebung e.V.-

Regie: Susan Gluth, D 2019, 74 Min.

‘Wir kommen nach Sun City um zu sterben, aber wir wollen Spaß dabei haben!’, Jim (83).

Es gibt einen Ort in Arizona, der ist so friedlich, dass man dorthin kommt um zu sterben. Sun City, eine Stadt – geschaffen für die Generation 55+. Mitten in der Wüste, unter Palmen, bei immer blauem Himmel und roten Sonnenuntergängen, mit unzähligen Apotheken und besonders breiten Straßen, damit den rüstigen Autofahrenden nichts passiert.

Auf dieses sonnige Paradies fallen die recht unterschiedlich gefärbten Schatten des Alterns. Alle hier versuchen einen Weg mit dem Leben zu finden, während der Tod schon an der Ecke steht und winkt. Es ist wohl eine Frage der Haltung, wie man alt wird.

Die Ansicht, der Lebensabend müsse doch eine ernste Angelegenheit sein, teilen die Meisten in Sun City nicht. Im Film dient der Ort als Bühne, auf der die Bewohnerinnen und Bewohner in einem Reigen den Tanz des Alters vollführen. In ihren Erzählungen geben sie preis, was das Leben ihnen geschenkt und was es ihnen genommen hat. Sie berichten freimütig über die Schmerzen im Alter und über die Freuden. Und dass sie glauben, dass Zufriedenheit und Glücklich sein Entscheidungen sind.

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20.10. um 18 Uhr: Überall wo wir sind

Thema: Endlichkeit des Lebens

In Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Hospitzdienst Husum und Umgebung e.V.

Regie: Veronika Kaserer, D 2018, 92 Min.

Dokumentarfilm einer Berliner Familie zwischen Festhalten und Loslassen, eine Geschichte, die im Tod das Leben feiert.

Heiko, ein 29-jähriger lebensfroher Tanzlehrer aus Berlin, kämpft seit sieben Jahren mit einer tödlichen Krankheit. Als sich die Familie und seine Freunde daran gewöhnt haben, dass Heiko allen Prognosen zum Trotz einfach immer weiterlebt, erhält er die Diagnose, dass ihm nun nicht mehr viel Zeit bleibt, und er kehrt zum Sterben in sein Elternhaus zurück. Aber auch jetzt geben Heiko und vor allem sein Vater Jürgen die Hoffnung auf ein Wunder nicht auf. Seine Mutter Karin versucht hingegen, ihn auf das Bevorstehende vorzubereiten. Sie würde ihrem Sohn gern von ihrer Nahtoderfahrung erzählen, findet aber nicht den passenden Moment. Tag und Nacht verbringen viele Freunde und Verwandte Zeit bei Heiko am Bett, um noch einmal in seiner Nähe zu sein, gemeinsam zu weinen und auch herzhaft zu lachen. Heikos Schwester stürzt sich auf Organisatorisches und sucht Halt in einer gewissen Distanz. Die Formen des Umgangs mit dem Verlust und der Trauer sind so unterschiedlich wie die Betroffenen selbst.

Kompass-Perspektive-Preis 2018 für den besten Film der Sektion Perspektive Deutsches Kino

Die Regisseurin Veronika Kaserer ist anwesend und beantwortet gerne Fragen im Anschluss aus dem Publikum.

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08.10. um 19.30 Uhr: Das Konzert

von Radu Mihăileanu

Frankreich/Italien/Rumänien/Belgien/Russland 2009, 122 Minuten

– eine bewegende Komödie mit viel jüdischem Humor-

Der Dirigent des berühmten Bolschoi-Orchesters, Andrei Filipov, verliert unter Breschnew seine Arbeit, weil er seine jüdischen Mitarbeiter nicht entlassen will. Nun verdient er sich als Putzmann an seiner einstigen Wirkungsstätte sein Geld. Eines Abends lässt er dort ein Fax mit der Einladung des Bolschoi-Orchestersnach Paris aus dem Büro des Direktors verschwinden und hat die verrückte Idee, mit seinem Orchester in alter Besetzung unter falschem Namen im Théâtre du Châtelet zu spielen. Unterstützt von seinem damaligen Cellisten Sascha Grossman, jetzt Krankenwagenfahrer, fahren die beiden mit einem alten Ambulanzwagen durch Moskau und suchen die damals mit dem Dirigenten entlassenen Musiker zusammen. Das Konzert ist ein tiefsinniger Film über Menschlichkeit, Liebe und Verantwortung, in dem die Musik die alles verbindende Macht ist.

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24.09. um 19.30 Uhr: Beale Street

Barry Jenkins (Filmreihe: Rassismus in den USA)

USA 2018, 117 Min. – Wenn die Gesellschaft im kollektiven Sinn zerfällt, wird die kleinere menschliche Einheit immer wichtiger.

Erzählt wird die Geschichte von Tish Rivers und Fonny Hunt, einem jungen Paar. Sie lieben einander und kennen sich schon seit Kindheitstagen. Im Grunde genommen erwarten sie nicht viel vom Leben: Sie suchen eine gemeinsame Wohnung, Tish arbeitet
in einem Kaufhaus, Fonny macht beeindruckende Skulpturen aus Holz. Doch dann wird Fonny von der Puertoricanerin Victoria Rogers beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben und kommt ins Gefängnis. Zu keiner Zeit steht außer Frage, dass Fonny unschuldig ist oder Victoria tatsächlich vergewaltigt wurde.
Victoria wurde von einem Polizisten genötigt, die falsche Person zu identifizieren. Die Verbrechen, die Fonny und Victoria angetan werden, werden hier nicht gegeneinander ausgespielt: Sie markieren in aller Deutlichkeit, dass es in dem US-amerikanischen Justizsystem nicht darum geht, die Wahrheit herauszufinden oder für Gerechtigkeit zu sorgen.
Beale Street ist ein Filmdrama von Barry Jenkins, das auf einem gleichnamigen Roman von James Baldwin (dt. Titel: Beale Street Blues) aus dem Jahr 1974 basiert.

Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2019

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17.09. um 19.30 Uhr: Schloss aus Glas

Destin Daniel Cretton

USA 2017, 128 Min. – Drama nach dem gleichnamigen auto- biographischen Roman von Jeannette Walls

Als Kind hat Jeannette nie länger als ein paar Wochen am selben Fleck gewohnt. Die Mutter Rose war Künstlerin, der Vater Rex hat nie einen Job lange behalten können, da er spiel- und alkoholsüchtig war. Für Jeannette und ihre Geschwister ein Leben ohne Sicherheit. Anderseits auch ein großes Abenteuer: Denn mit ihrem Vater verband sie ein festes inneres Band. Stundenlang planten Jeannette und ihr Vater gemeinsam irgendwann ein Schloss aus Glas zu bauen.
Nun ist Jeannette erwachsen. Sie ist Journalistin, verheiratet und sehnt sich nach Ruhe, Beständigkeit und Ordnung. Ihre Kindheit und Familie scheint sie hinter sich gelassen zu haben. Doch letzten Endes kann sie nicht verhindern, immer ein Teil von ihr zu sein.
Der Film zeigt ungeschönt und offen die Ambivalenz der Elternfiguren, ohne sie zu verdammen. Denn schließlich ist der Film aus der Perspektive der Tochter erzählt.

In Kooperation mit dem Diakonischen Werk, dem Kreis NF und profamilia /

Ausstellung „ZERO” zur Prävention von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Besichtigung: 17.–20.9. , 8–17 Uhr Berufsschule Husum, Herzog-Adolf-Straße 3

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