Und am 28.3. um 19.30h: Eight Days a week

Eight Days a week

Ron Howard
Eight Days a week
UK 2016, 138 min.

Gefühlt waren die Beatles nach eigener Aussage „acht Tage die Woche“ auf Tour. Der US Regisseur Ron Howard („Da Vinci Code“) hat sich der Herausforderung eines Dokumentarfilms über die „Pilzköpfe“ und deren kurze Zeit der Live-Auftritte angenommen. Mit bis dahin noch unveröffentlichtem Material und neuen Interviews der noch lebenden Protagonisten sowie digital überarbeiteten Aufnahmen. So möchte er uns die Zeit der „Beatlemania” näher
bringen. Howard zeigt uns dabei kaum Neues, doch ist dabei ein zeitgeschichtliches Dokument entstanden, das uns zu den Ursprüngen der ersten Großveranstaltungen der Rock-Pop-Geschichte katapultiert. Von 1962 bis 1966 gaben die Beatles 815 Konzerte in 15 Ländern – in dieser Zeit nahmen sie sieben Studioalben auf und drehten zwei ihrer Filme. Um dieses Pensum zu schaffen, wurden teilweise zwei Konzerte an einem Tag gegeben. Die Band beschloss, keine
weiteren Konzerte mehr zu veranstalten. Ein letztes jedoch fand 1969 auf dem Dach des Apple Studios statt – das sogenannte “Rooftop Concert”, das schon nach kurzer Zeit durch die Polizei abgebrochen wurde. Lennon verabschiedete sich mit den Worten „Ich möchte mich im Namen der Gruppe und uns selbst bedanken – und ich hoffe, wir haben das Vorspielen bestanden.“
Die legendäre Band auf der großen Leinwand rückblickend noch einmal zu sehen, ist auf jeden Fall ein Ereignis der unterhaltenden Art.

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Und am 26.3. um 18:00h: Nowhere Boy

nowhere_boy

Sam Taylor-Wood
Nowhere Boy
UK 2009, 98 min.

Der Film zeigt die Jahre des jungen John Lennon, (gespielt von Aaron Taylor-Johnson) in Liverpool. Er wohnt bei seiner strengen Tante Mimi (gekonnt verkörpert von Kristin Scott Thomas) und träumt von einem Leben als Musiker. Tante Mimi und ihr Mann George haben wenig Verständnis für den rebellierenden Teenager. Auch in der Schule eckt John regelmäßig an. Aber gute Noten interessieren John ohnehin nicht. Er beschäftigt sich lieber mit hübschen
Mädchen und hört vor allem Musik. Durch eine der eher seltenen Begegnungen mit seiner unsteten und beziehungsunfähigen Mutter angeregt, wird seine Leidenschaft für den Rock’n’Roll geweckt und Elvis Presley sein großes Idol. Schon bald gründet er eine Band und lernt dadurch seine späteren Kollegen Paul McCartney und George Harrison kennen. Ein Aufbruch zur Hamburger Zeit der Beatles ist dann bereits in greifbarer Nähe.
Beatles-Songs sind in dieser filmischen Biografie jedoch nicht zu hören – denn die existierten schließlich noch nicht.

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Und am 14.3. um 19.30h: Carol

CAROL

Todd Haynes
Carol
UK/US 2015, 118 min.

Cate Blanchett und ihre Kollegin  Rooney Mara spielen in “Carol” zwei Frauen, die sich im dichten Zigarettenrauch und Whiskeynebel der frühen fünfziger in New York verlieben, aber ihre Beziehung geheim halten müssen – sexuelle
Revolution, Emanzipation und Schwulenbewegung sind noch Jahre entfernt. Die lebenserfahrene Carol (Cate Blanchett) lässt sich gerade von ihrem Mann scheiden und kämpft um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter.
Weshalb sie die Affäre mit der jungen, unerfahrenen Verkäuferin Therese (Rooney Mara), die auf Sinnsuche durch die wilde, pulsierende Stadt treibt, in ziemliche Bedrängnis bringen könnte. Regisseur Todd Haynes inszeniert diese Geschichte als zärtliches Melodram über Sehnsucht, Verführung und Einsamkeit, das zwar in den Fünfzigerjahren spielt – aber “mit einem Fenster zum Jetzt” angelegt ist. Damit ist nicht nur der Inhalt des Films gemeint, sondern auch sein schwieriger Entstehungsprozess.
Denn warum eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen selbst im Jahr 2015 noch ein extrem schwer zu vermittelnder Stoff ist, sagt viel über den moralischen und patriarchalischen Mentalitätsstau, der auch heute noch in Hollywood herrscht, aus. Am 14. Januar 2016 wurden Cate Blanchett als Beste Hauptdarstellerin und Rooney Mara als Beste Nebendarstellerin für einen Oscar nominiert. Zudem wurde der Film in den Kategorien Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Beste Filmmusik und Bestes Kostümdesign nominiert.

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Und am 28.2. um 19.30h: Lola

Poster_Lola

Brillante Mendoza
Lola
Philip. 2009, 114 min. OF mit deutschen Untertiteln

In Manila kreuzen sich die Wege von zwei philippinischen  Großmüttern, ohne dass sie die Begegnung gesucht hätten. Die eine hat ihren Enkel durch eine Gewalttat verloren, die andere kämpft für die Freilassung ihres Enkels, der der Tat verdächtigt wird. Die beiden Lolas (Großmütter) werden sich arrangieren, weil das Leben auch so schon schwierig genug ist. Der Name des Regisseurs Brillante Mendoza mag spanisch klingen, was darauf hindeutet, wer hier einst
erobert und kolonialisiert hatte. Mendoza hat in den letzten Jahren viel von sich reden gemacht in Cannes und Venedig mit Filmen, die an die Grenzen des Darstellbaren gingen, beim Versuch, die Wirklichkeit von den Rändern der Gewalt her filmisch zu fassen. Dabei hat der engagierte Filmemacher einen eigenen Stil entwickelt, um dem Spekulativen zu entgehen. Es ist, als würde er mit seiner Kamera zwischen den tiefsten gesellschaftlichen Riffs seiner Heimat tauchen
und uns dabei ganz einfach teilhaben lassen an dem, was er da wahrnimmt. Dabei ist auch LOLA, sein berührendes Meisterwerk um die beiden Großmütter im Sturm und Regen Manilas, eine inszenierte Wirklichkeit, die von einer Nähe lebt, die keine gespielte ist. Kein verführerisches Identifikationskino, vielmehr ein Ausschnitt Leben aus einem Ausschnitt Welt – bewegt und bewegend aus sich heraus.

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Und am 26.2. um 18h: Der Perlmuttknopf

Der Perlmuttknopf

Patricio Guzmán
Der Perlmuttknopf
Chile/ ES 2015, 82 min.

In seinem anspruchsvollen Essayfilm versucht Patricio Guzmán alles miteinander zu verbinden – in harten Kontrasten erzählt er über seine Heimat Chile: von der Schönheit der Natur und der Missachtung durch den Menschen, von den blutigen Eroberungen und den letzten Überlebenden der indigenen Bevölkerung Westpatagoniens. Atemberaubende Bilder stellt er der Brutalität der Pinochet-Diktatur entgegen. Er beschwört die  majestätische Schönheit des Ozeans und die subversive Kraft von Gedichten. All diese Gegensätze fließen in poetisch-melancholischen Bildern zusammen: Es entsteht ein Sog zwischen Vergangenheit und Gegenwart eines verletzten Landes und seines kulturellen und politischen Erbes. Der Film wurde auf der Berlinale 2015 mit dem silbernen Bären für das beste Drehbuch ausgezeichnet.

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Und am 14.2. um 19.30h: Meine Zeit mit Cézanne

Cezanne

Danièle Thompson
Meine Zeit mit Cézanne
Frankreich 2016, 114 min.

Zwei der einflussreichsten französischen Künstler des Impressionismus sind damals wie heute weit über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt: Der Schriftsteller Émile Zola (Guillaume Canet) und der Maler Paul Cézanne (Guillaume Gallienne). Beide haben die Moderne eingeleitet.
Unbekannter als ihre Werke ist jedoch die besondere Freundschaft, die beide über Jahrzehnte im 19. Jahrhundert verband. Die Künstler lernten sich in der Schulzeit im Süden Frankreichs in Aix-en-Provence kennen und galten damals bereits als unzertrennlich. Der italienische Halbwaise Zola kommt aus ärmlichen Verhältnissen, beißt sich mit eiserner Disziplin durch und bringt es mit seiner Leidenschaft für die Literatur schon früh zu Ansehen und Wohlstand. Bahnbrechend wird sein literarisches Werk durch die journalistisch präzise Beschreibung sozialer Missstände. Cézanne, Sohn eines reichen Bankiers, gibt sich der Malerei hin und bricht mit dem Vater, um sich als belächelter Außenseiter der Kunst zu widmen, die ihm weniger leicht von der Hand geht als dem berühmten Freund. Cézanne, wird von den zeitgenössischen Kritikern mit Abneigung gestraft und gibt sich der Perfektion und einem unerfüllbaren Drang nach Anerkennung hin.
Ihre Freundschaft ist über die Jahre geprägt von Inspiration und Muse, aber auch von Eifersucht und Streit. Geradlinig erzählt der Film die bewegende Geschichte aus der Perspektive des literarischen Ingenieurs Zola, der den Freund und dessen Kunst letztlich total missversteht. Die antizyklische Entwicklung zwischen dem früh vollendeten Schreiber und dem lange Zeit als Kleckser verkannten Maler gibt dem Film eine e norme Spannung. Ein Film auch über soziale und ästhetische Missverständnisse.

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