Und am 26.05.18 um 22.15 Uhr: Wenn die Gondeln Trauer tragen

Spätvorstellung am Sonnabend

Nicolas Roeg, I/GB 1973, 105 Min. – subtiler Gruselthriller mit eindringlich komponierten Bildern aus der Lagunenstadt – herausragend besetzt mit  Julie Christie und Donald Sutherland

Nach dem Unfall-Tod ihrer Tochter zieht es John und Laura Baxter nach Venedig, wo John die Restauration einer alten Kirche organisiert. Die Stadt wird gerade von einer Mordserie überschattet – da trifft Laura auf zwei mysteriöse Frauen, von denen eine ein Medium ist und die Anwesenheit der toten Tochter spürt: „Don’t Look Now!“…

 

Mit sorgfältig komponierten Bildern, einer grellen Farbdrama­­­­­­­­­turgie, rasanten Schnitten, raffinierten Andeutungen und genau kalkulierten Wiederholungen gestaltete Nicolas Roeg einen subtilen, geradezu poetischen Horrorfilm mit mysteriöser Symbolik. Für viele Cineasten gehört dieses Meisterwerk zu den bedeutensten Filmen der Geschichte.

Nicolas Roeg (von dem auch der legendäre „Der Mann, der vom Himmel fiel” mit David Bowie stammt) gilt als einer der besten Regisseure der Independent-Szene. Bereits als Kameramann arbeitete der Brite Roeg für einige der bedeutendsten Regisseure ihrer Zeit, so für Fred Zinnemann, Richard Lester, John Schlesinger und François Truffaut (Fahrenheit 451 ). Als lichtsetzender Kameramann war er an Lawrence von Arabien (David Lean) beteiligt.

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Und am 22.05.18 um 19.30 Uhr: Das Schwein von Gaza

Otto Preminger USA 1960, 208 Min. – Monumentalfilm nach Leon Uris um die Teilung Palästinas 1947 – mit Paul Newman und Eva Marie Saint

Das Schwein von Gaza

Themenreihe „Zur Gründung des Staates Israel”

 

Wenigstens in einem Punkt sind sich Palästinenser und Israelis einig: Schweine gelten als unreine Tiere.

Was aber, wenn ein arg gebeutelter palästinensischer Fischer ausgerechnet ein Schwein in seinem Netz findet und versucht das arme Tier gewinnbringend loszuwerden?

„Der Regisseur bedient sich freimütig aus Bibel sowie Filmgeschichte und dekliniert alle möglichen Spielarten des israelisch-palästinensischen Konflikts durch, ohne vor politisch unkorrekten Witzen über die Absurditäten dieses Konflikts zurückzuscheuen. So gelingt ihm eine schwarzhumorige, hintersinnige Tragikomödie.“(Lexikon des Internationalen Films)

 

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Und am 08.05.18 um 19.30 Uhr: Exodus


Otto Preminger USA 1960, 208 Min. – Monumentalfilm nach Leon Uris um die Teilung Palästinas 1947 – mit Paul Newman und Eva Marie Saint

Exodus

Themenreihe „Zur Gründung des Staates Israel””

 

Der Film beginnt mit Bildern, die hochaktuell sind: Menschen auf der Flucht auf überfüllten Schiffen.

Hintergrund sind die politischen Machtspiele um das Ende des britischen Mandats in Palästina und die Teilungspläne der UN. Damit beginnt auch der Kampf um die Gebiete und Jerusalem, der bis heute anhält.

Der Film endet mit einer flammenden Trauerrede, bei der der Tag beschworen wird, „an dem Araber und Juden in Frieden zusammen leben werden…”

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Und am 06.05.18 um 18 Uhr: Koudelka Shooting Holy Land

Gilad Baram CS/D 2015, 72 Min. – der Kinobesucher wird Zeuge: imposante Bilder aus der Grenzregion zwischen Israel und Palästina

Koudelka Shooting Holy Land

Themenreihe „Zur Gründung des Staates Israel””

„Das wichtigste sind gute Schuhe”– mit dieser scheinbar banalen Aussage resumiert der legendäre Fotograf des Prager Aufstands seine Lebenserfahrung.

Koudelka weiss, wovon er spricht: Jahrelang hat er sprichwörtlich auf der Straße gelebt – genauer gesagt auf den Straßen der Welt. In über 40 Länder hat ihn sein Lebensweg geführt und das wichtigste Gepäckstück war und ist seine Kamera.

Der Regisseur Gilad Baram begleitete den berühmten tschechischen Fotografen Josef Koudelka über vier Jahre auf seinen Reisen nach Israel. Ganz behutsam und diskret lässt er uns teilhaben am künstlerischen Prozess des Fotografierens.

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Und am 24.04. 18 um 19.30: Wer die Nachtigall stört

Robert Mulligan USA 1962, 129 Min. – oscarprämiertes Meisterwerk nach dem gleichnamigen Roman von Harper Lee

Wer die Nachtigall stört

Klassiker zur Themenreihe „Rassismus in den USA”

Alabama in den 1930er Jahren. Wohl behütet wächst Jean Louise „Scout” Finch (Mary Badham) gemeinsam mit ihrem Bruder Jem bei Rechtsanwalt Atticus Finch (Gregory Peck) auf. Ihre Kindheit ist eigentlich glücklich, da Atticus nach dem frühen Tod seiner Frau sich liebevoll ganz seinen Kindern widmet und ihnen liberale Werte vorlebt.

Doch das gesellschaftliche Klima ist in den Südstaaten von tiefem Rassenhass geprägt, was bald auch die Kinder zu spüren bekommen. Atticus übernimmt das Mandat für den Farbigen Tom Robinson. Der soll die Tochter eines Bauern vergewaltigt haben, beteuert aber nachdrücklich seine Unschuld.

Robert Mulligans Film war ein entschiedener Appell gegen jede Form der Rassentrennung.

 

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Und am 10.04. 18 um 19.30h: Meine glückliche Familie

Nana Ekvtimishvili und Simon Groß GE/D 2016, 120 Min.

Meine glückliche Familie

mit ruhiger Bestimmtheit vollzieht eine Lehrerin den Ausbruch aus patriarchalischen Strukturen

An ihrem 52. Geburtstag wird der Literaturlehrerin Manana (Ia Shugliashvili) klar, wie unbefriedigend ihre Situation ist. In einer kleinen Familienwohnung lebt sie zusammen mit drei Generationen. Ständig wird sie in Anspruch genommen, doch was sie möchte, danach fragt keiner.

Kurzerhand entschließt sie sich zu einer friedlichen Revolution – sie zieht aus!
Eine Erklärung dafür bleibt sie schuldig – die Familie ist schockiert.
Was sollen die Leute sagen? Mananas Bruder droht ihr unverhohlen.

Doch sie verteidigt ihre persönliche Emanzipation – und in ihrer neuen Wohnung kann Manana endlich durchatmen, zum ersten Mal in ihrem Leben ist sie allein – und glücklich.

Mit sanftem Humor erzählt der Film von einer Frau, die mit ruhiger Bestimmtheit gegen eine patriarchalisch geprägte Großfamilie für ihre Selbstbestimmung und ihr Glück kämpft.

Virginia Woolfs revolutionäre Idee des „eigenen Zimmers” ist spätestens mit diesem Film auch in Georgien angekommen.

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