Und am 8.10. um 22.15h: Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben

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Stanley Kubrick
Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben
GB/USA 1964

Mit Peter Sellers in drei Rollen – dieser Film brachte ihm 1965 seine erste Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller ein. Die bitterböse Satire über den Kalten Krieg und die Nukleare Abschreckung gerät zur makabren Groteske, die zwischen Scherz und lähmendem Entsetzen balanciert.
Ronald Reagan soll bei Beginn seiner Amtseinführung darum gebeten haben, den „War Room” im Weißen Haus zu sehen, den er für tatsächlich existent hielt. Der Film hatte sich so sehr in das kulturelle Gedächtnis vieler Menschen eingebrannt, als hätten die Ereignisse tatsächlich stattgefunden.

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Und am 27.9. um 19.30h: Peggy Guggenheim

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Lisa Immordino Vreeland
Peggy Guggenheim
USA, IT, GB 2014, 96 min.

Marc Chagall, Jean Cocteau, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Max Ernst, Wassily Kandinsky, Piet Mondrian, Pablo Picasso, Jackson Pollock, Yves Tanguy – die Liste der Freunde, Liebhaber und Ehegatten liest
sich wie ein Who is who der modernen Kunst. Peggy Guggenheim, die wohl bekannteste Kunstmäzenin und Galeristin des 20. Jahrhunderts stellte ihr bewegtes Leben ganz in den Dienst der Kunst.
Als Tochter eines Großindustriellen, ihr Vater Benjamin war 1912 eines der Opfer beim Untergang der Titanic, verfügte sie schon als 18-Jährige über ein stattliches Kapital. Der Familie zum Trotz setzte sie
das Geld aber nicht für wohltätige Zwecke ein, sondern verhalf damals noch unbekannten Malern zu ersten Einzelausstellungen und unterstützte junge Talente. Mit der Zeit erwarb sie sich dadurch den Ruf einer Kunstkennerin ersten Ranges.
In der Zeit des Dritten Reichs ermöglichte die exzentrische Sammlerin einigen Künstlern, darunter auch dem Kölner Surrealisten Max Ernst, die Flucht von Europa nach New York.
Zugleich kaufte sie von den Nationalsozialisten als „entartet“ gebrandmarkte Kunst günstig auf dem Markt und schaffte so das Fundament ihrer umfangreichen und ambitionierten Sammlung.
Für Kunstinteressierte ist ein Besuch in ihrem ehemaligen Wohnhaus zu empfehlen – eines der schönsten Museen überhaupt – mitten in Venedig am Canal Grande.

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Und am 13.9. um 19.30h: Extrem laut und unglaublich nah

EXTREMELY LOUD & INCREDIBLY CLOSE

Stephen Daldry
Extrem laut und unglaublich nah
USA 2011, 129 min.

Der zehnjährige Oskar (Thomas Horn) hat seinen Vater (Tom Hanks) bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center vom 11. September verloren. Während sich seine trauernde Mutter (Sandra Bullock) immer mehr verschließt, begibt sich Oskar auf eine katharsische Reise, um zu lernen, mit dem Verlust zu leben. Der Junge weigert sich hartnäckig an das zu glauben, was er nicht mit eigenen Augen sehen kann. Auf der Suche nach Informationen über eine Schlüsselbox, die er im Schrank seines Vaters gefunden hat, landet Oskar schließlich in New York und trifft dabei eine Reihe von Menschen, die alle auf ihre Weise mit ihrem Verlust umgehen müssen.
Fast 3.000 Menschen mussten bei den Terroranschlägen des 11. September 2001 ihr Leben lassen – dieser Tag brannte sich als einer der erschütterndsten überhaupt in das Bewusstsein der Menschen rund um den Erdball ein. Der Brite Stephen Daldry (“Der Vorleser”) nutzt diesen Umstand zu einem unkonventionellen, emotionalen Coming-Of-Age-Drama.
„Extrem laut und unglaublich nah”, ist die Verfilmung von Jonathan Safran Foers gleichnamigem Bestseller.

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Und am 23.8. um 19.30h: Unsere kleine Schwester

a3Hirokazu Kore-eda
Unsere kleine Schwester
Japan 2015, 119 min.

Die Schwestern Sachi, Yoshino und Chika leben gemeinsam in  einem großen Haus in Kamakura, einer Küstenstadt unweit von Tokio. Dann erfahren die drei, dass ihr Vater, von dem sie seit fünfzehn Jahren nichts mehr gehört haben, gestorben ist. Aus reinem Pflichtgefühl reisen die jungen Frauen zur Beerdigung ihres Vaters aufs Land. Dort lernen sie Suzu kennen, ihre dreizehnjährige Halbschwester, die nun auf sich allein gestellt ist. Obwohl sie das schüchterne Mädchen kaum kennen, bieten sie ihr kurzerhand an, zu ihnen nach Kamakura zu ziehen. Suzu nimmt die Einladung an, und so beginnt für die vier Schwestern ein neues Leben, in dem zwar die Vergangenheit ihren Platz hat, aber einzig die Gegenwart zählt. Mit viel Leichtigkeit und Zärtlichkeit bringt Kore-eda die vier Schwestern in ihre neue Situation und lässt neue Bande zwischen ihnen wachsen, so dass alles Dunkle, der Verlust des Vaters, was nach und nach zur Sprache kommt, nie wirklich finster wirkt.

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Und am 13.8. um 22.15h: Easy Rider

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Dennis Hopper
Easy Rider
USA, 1969

„Born to Be Wild“ – Zwei junge Männer fahren mit ihren Motorrädern von Los Angeles nach New Orleans, um durch den Verkauf von geschmuggeltem Rauschgift das große Geld zu machen. Der Weg durch die mythenträchtige Western-Landschaft wird zur tödlich verlaufenden Reise durch ein Amerika, das seinen Traum von Freiheit und Individualismus an ein borniertes „law and order”- Denken verraten hat.
Der Film gilt als Beginn des New Hollywood: mit Dennis Hopper, Peter Fonda und Jack Nicholson in den Hauptrollen.

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Und am 9.8. um 19.30h: Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern

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Stina Werenfels
Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern
CH/D 2015, 90 Min.

In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Husum, Horizonte und pro familia

Sexualität und Behinderung – und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Die 18-jährige, geistig behinderte Dora (eindringlich und glaubwürdig gespielt von Victoria Schulz) ist ein lebenslustiges und aufgewecktes Mädchen. Als ihre Mutter Kristin (subtil in Szene gesetzt von Jenny Schily) Doras Medikamente absetzt, beginnt diese ihre Sexualität zu entdecken. Sie trifft auf einem Markt den  zwielichtigen Peter (brilliant verkörpert von Lars Eidinger), der ihr auf Anhieb gefällt. Als sie sich mit ihm einlässt, bewerten die aufgebrachten Eltern den Vorgang als skrupellosen Missbrauch. Sie untersagen ihr den Kontakt zu Peter, wovon sich Dora allerdings nicht beirren lässt. Sie wird ungeplant  schwanger und damit droht ihre Familie auseinanderzubrechen.
Doras unbeherrschte Lust auf das Leben schockiert die Eltern und sie müssen nicht nur Beziehungsgrenzen neu evaluieren, sondern auch Themen wie Selbstbestimmung, Vertrauen und Eifersucht überdenken. Mutig, nötig, feinfühlig – mit der Adaption des Theaterstücks von Lukas Bärfuss ist der Schweizerischen Regisseurin Stina Werenfels ein furchtloses und anrührendes Drama über das Loslassen gelungen. Dazu gehören die zarten, subjektiven Kamerablicke, die Doras Sicht auf die Schönheit der Welt einfangen, genauso wie das Porträt einer verzweifelten Mutter, die ihrerseits mit den Fallstricken des Lebens zu kämpfen hat.
Ein unangepasster Film über die Entdeckung der Lust in einer gelungenen Mischung aus Psychodrama und Tragikomik.
Der Film erhielt den Schweizer Filmpreis in vier Kategorien.

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