Und am 10.12. um 22:15h: Taxi Driver

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Martin Scorsese
Taxi Driver
USA, 1976

Vietnam-Veteran Travis Bickle (Robert De Niro) verdingt sich in New York als Taxifahrer. In seiner Freizeit besucht er Pornokinos und verschreckt damit seine neue Bekanntschaft Betsy (Cybill Shepherd). Vom Krieg traumatisiert, steigert sich Travis in den Wahn, New Yorks Straßen von menschlichem Abschaum säubern zu müssen. Als es ihm nicht gelingt, eine minderjährige Prostituierte (Jodie Foster) zu bekehren, besorgt sich Travis mehrere Pistolen und beginnt, für seinen Feldzug für Recht und Ordnung zu trainieren.
Vielfach ausgezeichnet war dieser Film für Robert De Niro, Jodie Foster und Harvey Keitel der Beginn ihrer großen Karrieren.

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Und am 29.11. um 19.30h: Hawar

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Düzen Tekkal
Hawar – Meine Reise in den Genozid
D, TR, IRQ 2014, 100 min.

Auf Kurdisch bedeutet “Hawar” Hilfe – und genau das möchte dieser Dokumentarfilm sein: ein Hilferuf für eine halbe Millionen Jesiden, die derzeit vor den Terrormilizen des IS auf der Flucht sind.
Die Filmemacherin Düzen Tekkal ist selbst Jesidin. Mehrmals reiste sie in den Nordirak, die Türkei und nach Syrien, um dort mit den Angehörigen ihrer Religionsgemeinschaft zu sprechen. Herausgekommen ist ein aufrüttelnder Film, der zeigt, wie dringend die Jesiden internationale Hilfe brauchen.
Dieser Film soll ein Hilferuf sein – er zeigt, wie die Jesiden vom IS vernichtet werden. „Ich musste das tun. Das hat damit zu tun, dass ich selbst Jesidin bin. Ich war also keine klassische Kriegsberichterstatterin. Sondern der IS Terror an meiner Religionsgemeinschaft hat mich über Nacht dazu gemacht”, sagte Düzen Tekkal in einem Interview.

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Und am 22.11. um 19.30h: Sonita

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Rokhsareh Ghaem Maghami
Sonita
D, IRN, CH 2015, 91 min

Sonita wäre gern so berühmt wie Rihanna, stattdessen droht ihr die Zwangsheirat mit einem fremden Mann. In wütenden Rap-Texten wehrt sich die 18-Jährige Afghanin gegen ihr Schicksal und sorgt mit einem vielgeklickten Internetvideo für Aufsehen. In einem spannettnden und berührenden Dokumentarfilm, der auch filmästhetisch interessante Fragen aufwirft, beleuchtet die Iranerin Rokhsareh Ghaem Maghami das traurige Geschäft.

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Und am 8.11. um 19.30h: 33 Szenen aus dem Leben

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Malgorzata Szumowska
33 Szenen aus dem Leben
PL/DE 2008, 98 min.

Ein Film über den Verlust der Kindheit, über Ende und Übergang von Lebensphasen und die Angst vor Veränderungen im Leben. Die Künstlerin Julia (Julia Jentsch) steht vor einer Collage aus Einzelszenen. Einige Meter breit ist das eindrucksvolle Wandbild. Es steht als Metapher für dieses berührende Drama, das aus 33 Szenen besteht. Sie selbst wird 33 Jahre alt. Innerhalb von sechs Monaten verliert sie ihre Eltern. Die bisherig Vorstellungen von Krankheit und Tod sind so verschieden von dem, was sie nun erlebt und fühlt. Da beginnt sie, sich alles von der Seele zu schreiben – eben in 33 Szenen –, ihre  edanken festzuhalten. Sie versucht, die Schicksalsschläge zu verarbeiten. In einem schmerzhaften Prozess zerbricht ihre Ehe. Sie verliebt sich in einen Künstlerkollegen, aber sie bleibt unentschlossen.
Alles geschieht wie hinter einer Glaswand, nichts scheint real. Absurdes Lachen in unangebrachten Momenten gehört auch dazu. Sie steht neben sich. Sie funktioniert, irgendwie. Wie Treibholz bewegt sie sich im Fluss der Emotionen.
Dann wird sie schwanger – ein Neubeginn?

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Und am 25.10. um 19.30h: Riverbanks

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Panos Karkanevatos
Riverbanks
GR, TR, D, 2015, 96 min.

Europa ist für viele Flüchtlinge der Kontinent der Hoffnung, ein Traumreich. Hier suchen sie Zuflucht vor Krieg, Verfolgung, Elend und Armut. An der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland schleust die alleinerziehende Chryssa jede Nacht im Auftrag des Drogenboss Ivo Flüchtlingskinder über den eiskalten Grenzfluss Evros. In ihren Rucksäcken bringen die Kinder Rauschgiftpäckchen mit. Ivos Kalkül: Sollten die Kinder erwischt werden, bleibt das Risiko gering, denn sie sind nicht strafmündig. Chryssa zerbricht innerlich, an dem, was sie tut – denn beim illegalen Grenzübertritt ertrinken immer wieder Kinder oder sie fallen den Minen zum Opfer, die seit dem Zypern-Konflikt 1974 am Flussufer versteckt sind. Doch Chryssa ist auf das Geld angewiesen, um den Lebensunterhalt für Kind, Vater und Bruder zu beschaffen. Eines Nachts erwischt der einsame Soldat Yannis die Schleuserin, meldet sie jedoch nicht, denn er hat sich auf den ersten Blick in Chryssa verliebt. Yannis hat sich freiwillig als Minenräumer gemeldet. Chryssa und Yannis wollen gemeinsam fliehen, um ein neues Leben zu beginnen, doch die Drogen- und Menschenschmuggler setzen sich auf ihre Fährte.

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Und am 11.10. um 19.30h: Die Rote

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Helmut Käutner
Die Rote
D, IT, 1962, 100 min. In Erinnerung an Ruth Leuwerik

Die Geschichte einer Frau, die aus der Vorbestimmtheit und Enge ihrer Ehe ausbricht. Die Flucht nach Venedig ist der Beginn einer Odyssee von Begegnungen und Bekanntschaften, immer auf der Suche nach einem selbstbestimmten Leben. Doch sie gerät an Männer, die sie nur für ihre eigenen Pläne benutzen, so flieht sie in immer neue Lebenssituationen, scheitert aber letztlich an den Konventionen der
Gesellschaft. Helmut Käutners Liebe zum italienischen Film und seinen Vorbildern Fellini und Antonioni fand in diesem Streifen seinen größten Ausdruck. Ihre innere Ruhelosigkeit und wechselnden Beziehungen der Protagonistin wurden vom Publikum 1962 jedoch als verwerflicher Aufruf zu Promiskuität missverstanden und wurde total verrissen – zwischen Käutner und Andersch kam es auf der Berlinale zum Streit. Allein Gert Fröbe wurde von der Kritik geschont: Er lieferte in der Rolle des Nazimörders Kramer eine Glanzleistung.
Ruth Leuwerik verstand es in ihren Filmrollen meist ein neues Selbstverständnis der modernen Frau zu verkörpern, entgegen alter Stereotype der Ära Adenauer. Oft spielte sie couragierte Charaktere – schauspielerisch immer überzeugend. Gemeinsam mit Dieter Borsche bildete sie eines der Traumpaare des deutschen Kinos. Für ihr langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film wurde sie 1978 mit dem Filmband in Gold geehrt. Sie starb am 12. Januar 2016 im Alter von 91 Jahren.
Alfred Andersch (1914–1980) war zeitkritischer Schriftsteller der Nachkriegsliteratur und Gründungsmitglied der Gruppe 47. In seinen Werken porträtierte er vor allem Lebenswege von Außenseitern. Einer seiner bekanntesten Romane ist „Sansibar oder der letzte Grund”.

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