Und am 26.2. um 18h: Der Perlmuttknopf

Der Perlmuttknopf

Patricio Guzmán
Der Perlmuttknopf
Chile/ ES 2015, 82 min.

In seinem anspruchsvollen Essayfilm versucht Patricio Guzmán alles miteinander zu verbinden – in harten Kontrasten erzählt er über seine Heimat Chile: von der Schönheit der Natur und der Missachtung durch den Menschen, von den blutigen Eroberungen und den letzten Überlebenden der indigenen Bevölkerung Westpatagoniens. Atemberaubende Bilder stellt er der Brutalität der Pinochet-Diktatur entgegen. Er beschwört die  majestätische Schönheit des Ozeans und die subversive Kraft von Gedichten. All diese Gegensätze fließen in poetisch-melancholischen Bildern zusammen: Es entsteht ein Sog zwischen Vergangenheit und Gegenwart eines verletzten Landes und seines kulturellen und politischen Erbes. Der Film wurde auf der Berlinale 2015 mit dem silbernen Bären für das beste Drehbuch ausgezeichnet.

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Und am 14.2. um 19.30h: Meine Zeit mit Cézanne

Cezanne

Danièle Thompson
Meine Zeit mit Cézanne
Frankreich 2016, 114 min.

Zwei der einflussreichsten französischen Künstler des Impressionismus sind damals wie heute weit über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt: Der Schriftsteller Émile Zola (Guillaume Canet) und der Maler Paul Cézanne (Guillaume Gallienne). Beide haben die Moderne eingeleitet.
Unbekannter als ihre Werke ist jedoch die besondere Freundschaft, die beide über Jahrzehnte im 19. Jahrhundert verband. Die Künstler lernten sich in der Schulzeit im Süden Frankreichs in Aix-en-Provence kennen und galten damals bereits als unzertrennlich. Der italienische Halbwaise Zola kommt aus ärmlichen Verhältnissen, beißt sich mit eiserner Disziplin durch und bringt es mit seiner Leidenschaft für die Literatur schon früh zu Ansehen und Wohlstand. Bahnbrechend wird sein literarisches Werk durch die journalistisch präzise Beschreibung sozialer Missstände. Cézanne, Sohn eines reichen Bankiers, gibt sich der Malerei hin und bricht mit dem Vater, um sich als belächelter Außenseiter der Kunst zu widmen, die ihm weniger leicht von der Hand geht als dem berühmten Freund. Cézanne, wird von den zeitgenössischen Kritikern mit Abneigung gestraft und gibt sich der Perfektion und einem unerfüllbaren Drang nach Anerkennung hin.
Ihre Freundschaft ist über die Jahre geprägt von Inspiration und Muse, aber auch von Eifersucht und Streit. Geradlinig erzählt der Film die bewegende Geschichte aus der Perspektive des literarischen Ingenieurs Zola, der den Freund und dessen Kunst letztlich total missversteht. Die antizyklische Entwicklung zwischen dem früh vollendeten Schreiber und dem lange Zeit als Kleckser verkannten Maler gibt dem Film eine e norme Spannung. Ein Film auch über soziale und ästhetische Missverständnisse.

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Und am 28.1. um 22:15h: Brazil

Brazil

Terry Gilliam
Brazil
UK 1985, 142 min.

Dieser Film ist ein visueller Rausch (!), eine groteske Zukunftssatire von Terry Gilliam – unverkennbar einem Ex-Monty-Python-Mitglied. Witz und Tempo, überraschende Einfälle und grandiose Kulissen haben einen Kultfilm über einen absurden bürokratischen Staatsapparat geschaffen. Neben Jonathan Pryce als Protagonist spielt u.a. Robert De Niro seine vielleicht witzigsten Nebenrolle als den als „Terroristen“ gesuchten, freischaffenden Heizungsinstallateur namens Tuttle, der sich dem alles beherrschenden Bürokratie-Terror jener Gesellschaft zu entziehen versucht.

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Und am 24.1. um 19.30h: Alexis Sorbas

Alexis Sorbas

Michael Cacoyannis
Alexis Sorbas
Griechenland 1964, 142 min.

Meist wird dieser Film mit dem Sirtaki-Tanz in Verbindung gebracht – dabei sind die berühmten Tanzschritte eigens für diese Szenen entwickelt worden, um es den Hauptdarstellern etwas leichter zu machen. Tatsächlich ist er ein Blick auf archaische Strukturen und die Ablehnung allem Fremden gegenüber. Gleichzeitig ist er eine Ode an die Kraft des eigenen Willens und den unbändigen Lebenswillen des Menschen – und sei es in noch so verlustreichen Situationen. Anthony Quinn, dessen Weltruhm spätestens seit Fellinis „La Strada” manifestiert war, wurde mit dieser Rolle jedoch am meisten identifiziert. Für Alan Bates war dieser Film der Beginn seiner Karriere. In gleichermaßen beeindruckenden Rollen spielen die unvergessene Irene Papas als Witwe, die sich dem Patriarchat verweigert, und Lila Kedrova – sie erhielt für ihre Nebenrolle als gealterte Kurtisane 1965 den Oscar.

Nikos Kazantzakis gilt als einer der bedeutendsten Autoren Griechenlands. Seine zentralen Themen sind Fremdherrschaft, insbesondere in Griechenland und auf Kreta, Religion und Heuchelei, die animalische Vitalität
des Seins und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Eine reale Begebenheit lieferte ihm die Vorlage für seinen bekanntesten Roman, Alexis Sorbas.

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Das neue Programm für 2017

Das Programmheft für die erste Jahreshälfte von 2017 kann man sich hier herunterladen:

filmklubprogramm_2017_1

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Und am 10.1. um 19.30h: Frantz

frantz

François Ozon
Frantz
F/D 2016, 113 min.

Quedlinburg, im Jahr 1919: Die junge Anna (Paula Beer) sucht regelmäßig die Ruhestätte ihres Verlobten Frantz auf, der dort nicht gebettet ist, da er im Ersten Weltkrieg in Frankreich gefallen ist und daher irgendwo in einem Massengrab fern der Heimat liegt. Irgendwann sieht sie dort einen jungen Mann, der am Grab Blumen ablegt. Bei dem Fremden handelt es sich um den jungen Franzosen Adrien (Pierre Niney). Er gibt an, vor dem
Krieg mit Frantz befreundet gewesen zu sein und ihn schmerzlich zu vermissen. Beide hätten sich in Paris kennengelernt und die Liebe zur Kunst geteilt, vor allem zur Musik. Anna und Adrien freunden sich an, die Eltern des Verstorbenen nehmen den Franzosen nach ersten Zweifeln und trotz aller Anfeindungen im Ort bei sich auf. Das Reden bricht das Eis, die Musik versöhnt, die Kunst überwindet das Nationale. Der junge Fremde erzählt von gemeinsamen Tanzabenden in Pariser Cafés mit dem deutschen Freund, von Spaziergängen durch den Louvre. Eine beredte Abbitte dafür, dass er selbst am Leben geblieben ist, während der andere gestorben ist.
„Ich wollte davon erzählen, wie Lügen und Geheimnisse in dramatischen Zeiten wie des Krieges und der Krise den Menschen beim Überleben helfen können. Die Lüge ist eine Metapher für unser Bedürfnis und unsere Sehnsucht nach Fiktion – und daher auch nach Filmen“ (François Ozon)

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